Salvia divinorum-Zaubersalbei

1. März 2017 um 10:16

Salvia divinorum, die Azteken-, Götter-, Mazateken-, Wahrsage- oder Zaubersalbei, gehört zur etwa 900 Spezies umfassenden Gattung der Salbei-Arten und damit zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Salvia divinorum kann in Mexiko und nur dort gefunden werden und ist seit langer Zeit eine rituelle Zauberpflanze der Mazateken, wie lange genau, kann nicht verifiziert werden. Salvia divinorum ist sozusagen eine Art „Ersatz-Entheogen‟ mexikanischer Curanderos und Curanderas (Medizinmänner und -frauen). Das dissoziativ-psychedelisch wirksame Gewächs wurde über LSD-Entdecker Albert Hofmann und seine Ehefrau Anita international bekannt und wird von mazatekischen Heilern in Zeiten der Pilzarmut zur Divination, Diagnostik, Therapie und für andere Rituale verwendet.

Liquid Ecstasy – GHB, GBL und BDO

28. Dezember 2016 um 01:13

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In der elften Folge unserer Drogeninfo-Reihe behandeln wir einen Stoff, der in der Szene häufig Liquid Ecstasy genannt wird, jedoch mit Ecstasy (MDMA) ganz und gar nichts zu tun hat. Im Gegenteil: Die Gleichstellung in der Behandlung von GHB und MDMA birgt erhebliche Risiken, gerade weil viele User Ecstasy nicht allein, sondern meist im Mischkonsum gebrauchen. Die Praxis, MDMA zum Beispiel zusammen mit Alkohol zu konsumieren, ist schon gefährlich, weil das MDMA im Verbund mit Alkohol eine Neurotoxizität (nervenschädigende Wirkung) ausbildet. GHB mit alkoholischen Drogen zu kombinieren, ist aber um einiges riskanter. Neben GHB werden wir uns in dieser Folge auch zwei Ersatzstoffe anschauen, die mittlerweile häufig auf dem Schwarzmarkt angeboten und im Körper zu GHB verstoffwechselt werden: GBL und BDO.

Ketamin

30. Oktober 2016 um 01:11

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Herzlich willkommen zu Folge 10 unserer Drogen-Basics. Diesmal dreht sich alles um ein Pharmakon, das nicht von den Betäubungsmittel-rechtlichen, prohibitiven Bestimmungen und Reglements erfasst ist, sondern im klinischen und präklinischen Alltag im Grunde ständig zur Anwendung kommt. Die Rede ist vom Narkosemittel und dissoziativen Psychedelikum Ketamin.

Opium und Morphin

31. August 2016 um 12:16

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In Teil 9 unserer Drogeninfo befassen wir uns mit einer uralten psychoaktiven Pflanze und ihren Produkten und zentralen Inhaltsstoffen. Die Rede ist vom Schlafmohn, dem daraus gewonnen Opium und dessen Opiumalkaloiden, insbesondere mit dem Alkaloid Morphin.

Coca und Kokain – Gekaute Blätter und wunde Nasen

29. Juni 2016 um 06:58

Kokain

In dieser Folge unserer Drogeninfo befassen wir uns mit Coca und Kokain, mit Pflanze und Inhaltsstoff, mit traditionellem Rauschmittel und modernem Massenphänomen.

Dass die Blätter des Coca-Strauchs eine psychoaktive Wirkung bescheren, lernte der Mensch von den Tieren: Vor über 5000 Jahren, in der Prä-Inka-Zeit, stellten die Menschen fest, dass Lamas von Erythroxylum coca naschten und anschließend euphorisch wurden. Seitdem unterhält der Mensch eine innige Beziehung zu der psychoaktiven Pflanze.

Die entheogene Revolution – Vision einer psychedelisierten Welt

4. Mai 2016 um 00:33

Die-psychedelisierte-Gesellschaft

Stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der der Gebrauch von psychoaktiven Stoffen wieder kulturell integriert wäre. Wohlgemerkt: Der Gebrauch von allen psychoaktiven Stoffen, nicht nur von einigen ausgewählten, an denen sich die Staatsgefüge mittels horrender Steuereinnahmen satt stoßen. Denn dann müsste sich ja nichts ändern. Es geht also nicht um die schnelle Fluppe zwischen Mittagstisch und Meeting, nicht um den wochenendlichen Alkoholexzess zum Ausgleich für eine kaum zu ertragende Arbeitswoche in den Fängen und Zwängen der Leistungsgesellschaft.

Psychonauten – Die Reise nach Innen

30. Dezember 2015 um 03:51

Philipp*, 46 Jahre alt, ist ein sogenannter Psychonaut – darunter sind Menschen zu verstehen, die mittels bewusstseinsverändernder Techniken – wozu auch die Einnahme psychoaktiver Substanzen gehören kann – die unendlichen Höhen, Tiefen und Weiten ihrer Psyche ergründen. Was das im Einzelfall zu bedeuten hat bzw. was genau sich der Laie darunter vorstellen kann, erzählt uns Philipp, ein sympathischer Mittvierziger, der seit seiner Jugend mit verschiedenen Bewusstseinszuständen experimentiert – mal mit und mal ohne Drogen.

DMT-Das Molekül des Bewusstseins

30. Dezember 2015 um 03:21

DMT ist ein potentes Entheogen und ein extrem stark wirksames Psychedelikum, das seit Urzeiten von indigenen Ethnien verwendet wird, nämlich in Form des schamanischen Urwald-Trunks Ayahuasca. Aber DMT ist allgegenwärtig und deshalb alles andere als eine exotische Substanz. Im Gegenteil: DMT scheint vielmehr offenkundig einer der normalsten Stoffe der Natur zu sein, weshalb schon der US-amerikanische Chemiker und Psychonauten-Pionier Sasha Shulgin (1925-2014) feststellte: „DMT is everywhere“. Dabei wird DMT auch das Molekül des Bewusstseins genannt und es offenbart dem Experimentatoren Erfahrungsrealitäten, die jenseits des Vorstellungsvermögens unseres Alltagsbewusstseins liegen.

Meskalin

28. Oktober 2015 um 05:52

MeskalinAldous Huxley und Pablo Picasso ließen sich von ihm inspirieren, im Schamanismus ist es als chemisches Prinzip des Pflanzengeists eines Kaktusgewächses seit Tausenden von Jahren bekannt – die Rede ist von Meskalin. Herzlich willkommen zu Teil 5 unserer Drogeninfo-Serie, die sich diesmal mit diesem klassischen psychedelischen Molekül auseinandersetzt. Klassisch ist Meskalin auf zweierlei Weise. Auf der einen Seite, weil es ein typisches Psychedelikum ist. Klassisch aber auch, weil es von allen natürlichen Halluzinogenen für unsere Wissenschaft eines der am längsten bekannten ist. Interessant an diesem Wirkstoff, der in diversen Kakteenarten zu finden ist, ist die Tatsache, dass er vom Wirkprofil her den Psychedelika vom Tryptamin-Typus sehr ähnlich ist, selber aber der chemischen Stoffklasse entstammt, zu der auch die Amphetamine gehören.

Zauberpilze

2. September 2015 um 06:52

Im vierten Teil meiner Drogeninfo-Reihe will ich mich eingehend mit den Psilocybinpilzen und deren psychedelischen Inhaltsstoffen beschäftigen. Die Psilocybin bzw. Psilocin enthaltenden Pilze wachsen weltweit, und auch in unseren Gefilden finden sich viele Zauberpilze, die sich abhängig von Gattung und Art vom Sommer bis in den späten Herbst an ihren Standorten blicken lassen. Das Irrsinnige: Selbst die bei uns heimischen Zauberpilze sind dem Hexenhammer der Drogenprohibition zum Opfer gefallen, das heißt: Das Aufsammeln, Mitnehmen, Lagern, Besitzen, Zubereiten etc. ist komplett illegalisiert, obgleich diese Gewächse zur Flora unserer Heimat gehören. Der Fliegenpilz, um den es in dieser Info nicht gehen wird, ist übrigens nicht verboten. Er enthält auch kein Psilocybin oder Psilocin, sondern Ibotensäure und Muscimol. Beide Stoffe unterliegen nicht den Bestimmungen des BtMG. Auf ins Land der Pilze und Narrenschwämme!