Ballermann für Kiffer-Auf Coffeeshop-Tour in Amsterdam

28. Dezember 2016 um 04:53

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Im Frühsommer war es mal wieder soweit. Auf eine Dienstreise nach Amsterdam sollte ich mich als Cannabis-Patient eigentlich wie ein Kind auf‘s Disneyland freuen. Doch ich war ob meiner letzten Besuche bereits vorgewarnt und deshalb auch ziemlich gespannt, wie sich die schrumpfende Coffeeshop-Szene seit meinem letzten Besuch im Frühjahr 2015 entwickelt hatte. Da es aufgrund der neuen Abstandsregel zu Schulen 2016 noch weniger Shops als je zuvor gibt, hatte ich bereits eine Vorahnung. Zusammen mit zwei anderen Cannabis-Patienten aus Deutschland habe ich drei Abende in Folge versucht, einen gemütlichen Shop mit Chill-Ecke, vernünftigen Preisen, freundlicher Bedienung und echt gutem Weed zu finden. Wir sind, um es vorwegzunehmen, kläglich gescheitert, weil kein einziger Laden alle vier Kriterien vollumfänglich erfüllen konnte.

Ernte gut – alles gut – Nur das Verbot stört noch.

28. Dezember 2016 um 04:45

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Torben* hat als Cannabispatient eine Ausnahmegenehmigung zum Erwerb von Medizinal-Hanfblüten in der Apotheke. Würde er die benötigte Menge kaufen, beliefen sich die monatlichen Kosten seiner Medizin auf weit über 1.500 Euro, die nicht erstattet werden. Über seine Krankheit an sich redet er nicht gerne, das sei seine Privatsache, erzählt er mir bei meinem dritten Besuch innerhalb von zwei Jahren. Dafür redet der Mittfünfziger gerne über seine illegale Zucht, die ihn seit Jahren mit Medizin versorgt.

Indoor 101-Zehn zentrale Fragen zum Anbau drinnen

30. Oktober 2016 um 02:07

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Indoor-Grower, besonders Anfänger auf diesem Gebiet, stehen vor einem Berg von Fragen sowie einer großen Vielfalt von Anbaumöglichkeiten. Zehn zentrale Fragen und Antworten sollen etwas Licht in den Kultivierungs-Dschungel bringen.

Auf Umwegen zur passenden Therapie

30. Oktober 2016 um 02:04

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Andreas*, der HIV-Patient, den ich schon mehrmals interviewt habe, hatte bei unserem letzten Gespräch Besuch. Rafael* nahm rege an unserem Erfahrungsaustausch über Grow-Techniken Teil und schien aus eigener Erfahrung zu plaudern. Da ich immer auf der Suche nach begeisterten Kleingärtnern bin, habe ich Rafael gefragt, ob er mir nicht irgendwann einmal seine Buds präsentieren will. Nach einigem Zögern hat er eingewilligt, schließlich sei er nicht so gut wie sein Lehrmeister Andreas, der ihm das Growen von der Pike auf beigebracht habe.

Energiesparen ist reine Kraftsache

1. September 2016 um 00:06

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Ich hatte Gabriel* schon vergangenes Jahr besucht und über seinen „In-Outdoor Kombi-Grow“ berichtet. Der etwas unkonventionelle Heim(lich)gärtner hat auch dieses Jahr die ersten warmen Tage genutzt, um seinen kleinen Indoor-Grow mit echtem Sonnenlicht aufzupeppen. Der Lebenskünstler aus Süddeutschland wohnt seit 20 Jahren in einer norddeutschen Großstadt und bezeichnet sich selbst als einen der zahlreichen „Prohibtionsflüchtlinge“, die aus Bayern oder Baden-Württemberg geflüchtet sind, weil ihnen ihre Vorliebe für verbotene Pflanzen dort zum Verhängnis wurde. Für mich, als Berliner Grow-Reporter und langjähriger Growshop-Mitarbeiter, stammen im Norden mittlerweile gefühlte 40-50% aller Growenden, die ihrer Heimat aus Selbstschutz-Gründen den Rücken gekehrt haben, aus südlichen Gefilden.

„Mein Arzt weiß, was ich hier tue“

29. Juni 2016 um 08:09

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Auch für Cannabis-Patienten ist der Anbau ihrer Medizin illegal – keine Frage. Trotz des positiven Urteils des Bundesverwaltungsgerichts im April 2016 dürfen auch anerkannte Cannabis-Patienten kein Gras anbauen, wenn sie sich die teure Medizin nicht leisten können. Derzeit liegen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über 130 Anträge auf Eigenanbau vor, von denen nichtmal der von Michael F. bislang genehmigt wurde. Doch sein Antrag muss laut Bundesverwaltungsgericht bald genehmigt werden. Die Indikationen der anderen Antragsteller reichen von Krebs, chronischen Schmerzen und AIDS über ADHS bis hin zu Morbus Crohn- oder Glaukom-Patienten, um nur einige zu nennen. Trotz der regelmäßigen Niederlagen vor Gericht hat es das Bundesgesundheitsministerium bis heute versäumt, Cannabis-Patienten eine Alternative zu Bedrocan-Blüten anzubieten, was dazu führt, dass immer mehr Menschen ihre Medizin einfach selbst anbauen.

Legales Gras aus deutschen Landen – Wie gut lässt die Cannabis-Agentur growen?

29. Juni 2016 um 07:42

Seit Anfang des Jahres ist es amtlich: Die Bundesrepublik Deutschland wird den Anbau von medizinischem Cannabis regulieren und überwachen. Details soll eine noch zu gründende Cannabis-Agentur regeln, die als Teil des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Anbau, Vertrieb und Verkauf von Medi-Weed erst ausschreiben und dann regulieren und überwachen soll.

Die großen Schwestern des Samenverbots

4. Mai 2016 um 01:20

Die großen Schwestern des Samenverbots

Beim Anbau von Cannabis unter Kunstlicht könnte man im Growshop den Eindruck gewinnen, dass der verwendete Dünger einen immensen Einfluss auf Qualität und Quantität der Ernte hat. Es gibt unzählige Produkte, auf jedes Medium, jede Entwicklungsphase und mittlerweile sogar auf Indica- und Sativa-Strains abgestimmte Nährstoffreihen. Die meisten versprechen und liefern gute Ergebnisse, sind – verglichen mit herkömmlichen Pflanzendüngern – allerdings auch nicht billig.

Die kleine Raucherecke

2. März 2016 um 23:55

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Beat ist Schweizer und hatte jahrelang auf seinem Balkon Cannabis angepflanzt. Jedes Jahr fünf Pflanzen in großen Töpfen. Von der Straße aus waren sie nicht einsehbar und den Nachbarn war es egal, in der Schweiz waren ein paar Outdoor-Pflänzchen seit den 1990er Jahren ein gewohnter Anblick, an dem sich nicht einmal Polizisten gestört haben. Doch die Zeiten des Augen-Zu-Drückens in Sachen Hanfanbau sind auch in der Schweiz passé. Im Sommer 2013 standen zwei Polizisten vor Beats Tür und haben behauptet, sie hätten einen Hinweis aus der Nachbarschaft erhalten. Ob es wirklich die Nachbarn waren oder lediglich der narkotische Geruch der Blüten, hat Beat bis heute nie herausgefunden. Danach waren die Pflanzen weg und Beat um ein paar Franken ärmer.

Cannabis Social Clubs gibt’s bei uns nur illegal

2. März 2016 um 23:42

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Spanien verfügt über Cannabis Social Clubs, deren Mitglieder in einer Art Kollektiv legal Cannabis für den Eigenbedarf und ohne kommerziellen Hintergrund anpflanzen dürfen. In Deutschland bestraft man Eigenbedarfs-Hanfbauern immer noch wie Dealer. Der Grund: Selbst eine Pflanze enthält oft mehr als die „Nicht-Geringe Menge“ von 7,5 Gramm THC und kann deshalb vor Gericht nicht mehr als Eigenbedarf angesehen werden, auch wenn der Richter dem Eigenversorger wohlgesonnen ist. Das hält jedoch immer weniger Menschen davon ab, ihr Gras selbst anzupflanzen.