Gay is the new black

2. September 2015 um 06:45

Ob vor über hundert Jahren beim Wahlrecht für Frauen, der Aufhebung der Rassentrennung in den USA oder ganz aktuell bei Gay-is-the-new-black der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Debatte um die Cannabis-Legalisierung – viele neue Bürgerrechte und Freiheiten müssen erst einmal hart erkämpft werden. Oft hilft dabei am Ende die Entscheidung eines Verfassungsgerichtes nach. Grundsätzlich aber gilt: free your mind and the rest will follow!

Es tut sich etwas in den Demokratien der westlichen Welt – etwas durchaus positives und mutmachendes – ausgerechnet zu einer Zeit, da viele Menschen das Vertrauen in genau diese Demokratien immer mehr zu verlieren scheinen. Tatsächlich erleben wir zwar in bestimmten Bereichen – wie der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik – immer mehr antidemokratische Tendenzen, zeitgleich aber auch die Stärkung neuer Bürgerrechte und die Liberalisierung von Lebensbereichen, die bis vor kurzem noch als gesellschaftliche Tabus galten. Ist es ein Zufall, dass die Themen gleichgeschlechtliche Ehe und Cannabis-Legalisierung zur selben Zeit wieder die öffentlichen Debatten in vielen westlichen Ländern beherrschen? Als ironischer Kommentar dazu macht bereits seit einigen Jahren ein leicht abgewandeltes Bibelzitat in den sozialen Medien die Runde: „If a man lies with a man he shall be stoned“. Kein Zufall also, oder? Zumindest reicht dieses Zitat in dem Zusammenhang aus, um jene fundamental-religiösen Sittenwächter zu provozieren, für die sowohl Cannabis als auch die Rechte von Homosexuellen noch immer ein rotes Tuch darstellen.

Text und Illustration: Oliver Buchal

Den ganzen Artikel könnt Ihr jetzt in thcene 05/2015 lesen.

Wie Klaus Fuchs half, einen Atomkrieg zu verhindern

2. September 2015 um 06:33

Normalerweise versuchen wir ja immer, möglichst aktuelle, gesellschaftspolitische Themen zu betrachten. Doch manchmal
 kann Geschichte auch spannend sein – vor allem, wenn es sich dabei um eine Geschichte handelt, die kaum jemand kennt. Auch ich hätte sie nicht erfahren, wenn sie mir nicht mein Vater erzählt hätte – er war es auch, der die Informationen dieses Artikels im Laufe der Jahrzehnte gesammelt hat.

Der Cannabis Irrsinn

1. Juli 2015 um 06:32

(10) Cannabis-IrrsinnAls junger Staatsanwalt sah ich mich sehr schnell mit dem Drogenproblem konfrontiert. In jenen Jahren fing die Presse damit an,  mehr und mehr über Prozesse gegen Jugendliche zu berichten, die Cannabis konsumiert oder ihren Freunden verschafft hatten. Ein paar beschlagnahmte Gramm Drogen machten damals große Schlagzeilen. Die Emotionen waren ziemlich heftig, da es sich ganz oft um gewöhnliche Jugendliche ohne irgendwelche Probleme handelte – und die öffentliche Meinung forderte unnachgiebig eine starke Reaktion der Strafverfolgungsbehörden. Der Sprachgebrauch der Politiker, der Medienschaffenden sowie der Verantwortlichen der Justiz erinnerte an eine militärische Operation – Krieg gegen Drogen – oder beschrieb eine Naturkatastrophe – die Drogenplage.

Rassismus mit System – vom Krieg gegen Drogen und Menschen

1. Juli 2015 um 06:11

(13) Rassismus-und-der-War-on-DrugsDer internationale „War on Drugs“ – der verharmlosend auch gerne als Drogenpolitik bezeichnet wird – ist ein Krieg gegen  Menschen. Wie immer in einem Krieg trifft es auch hier vor allem die Schwächsten in der Gesellschaft. Ganz besonders deutlich wird das in den USA, dem Land mit den meisten Gefangenen der Welt. Im „Land of the Free“ fristen mittlerweile über 2,3 Millionen Menschen ihr Leben hinter Gittern – die meisten Gefangenen stammen aus armen Verhältnissen, gehören ethnischen Minderheiten an, sind sehr jung oder sehr alt und sitzen nicht etwa wegen Gewalttaten und Schwerverbrechen ein, sondern vor allem wegen gewaltloser Drogendelikte.

Der G7 Gipfel-Teure Worthülsen vor Alpenpanorama 

1. Juli 2015 um 05:56

(15) G7Nein, eigentlich ist es noch nicht DER Gipfel – schließlich war der G7-Gipfel, der Anfang Juni auf Schloss Elmau in Bayern  stattfand, erst der Auftakt eines Jahres voller kostenintensiv inszenierter Lippenbekenntnisse der Politik. Vor den drei großen internationalen Gipfeln dieses Jahr in Addis Abeba (im Juli zum Thema Finanzen), New York  (September zum Thema Nachhaltigkeit) und Paris (Dezember zum Thema Klima) sollte es in Elmau schon mal um die Themen Klimaschutz und Gerechtigkeit gehen. Dass das 48-Stunden-Treffen, dessen Agenda die Bundeskanzlerin aufsetzte, mit 360 Millionen Euro Kosten zu Buche schlägt, lässt schnell die Frage nach dem Sinn und Unsinn solcher Treffen aufkommen.

Die Macht der (un)heiligen Krieger

28. April 2015 um 11:25

ISIS-(01)Mit dem 11. September 2001 begann der sogenannte „Krieg gegen den Terror“. Das Reich des Bösen befand sich im kalten Krieg  noch ausschließlich im damaligen Ostblock, doch auch wenn Russland inzwischen schon wieder als internationaler Bösewicht taugt, stellen fanatische Islamisten heute alles in den Schatten – allem voran der sogenannte „Islamische Staat“ (IS). Obwohl wir uns lange gefragt haben, ob so ein Thema überhaupt in ein Hanfmagazin gehört, entschieden wir uns (nach dem Anschlag in Paris und dem „Terror“ in Bremen) nun doch dafür. Damit wollen wir keine irrationalen Ängste schüren, sondern möglichst nüchterne Fakten präsentieren – und dabei aufzeigen, was den IS wirklich gefährlich macht: Sein Mix aus Fanatismus und nahezu unbegrenzten Finanzmitteln.

Gedanken über Patriotismus und Keime

28. April 2015 um 11:18

In der Debatte rund um die PEGIDA-Bewegung waren die Fronten von Anfang an verhärtet. Die Verteidiger des Abendlandes fordern Verständnis für ihre Ängste und demonstrieren gleichzeitig Unverständnis. Eine Annäherung scheint nicht in Sicht.

20 Jahre Hanf in Deutschland

4. März 2015 um 12:21

PodiumsdiskussionAnlässlich des 20jährigen Bestehens des Hanf Museums in Berlin fand im historischen Nikolaiviertel eine Podiumsdiskussion statt, die unter dem Motto „Die wilden Neunziger“ stand – wir fanden die Gesprächsrunde so spannend, dass wir sie hier noch einmal schriftlich für Euch zusammenfassen.

Narcos – Mexikos Drogenkartelle

4. März 2015 um 11:28

In Mexiko gedeiht die Schattenwirtschaft von je her besonders gut – inzwischen befindet sich die Wirtschaft ganzer Bundesstaaten fest in der Hand der Drogenbarone, die nicht nur den Zufluss der Drogen in die USA kontrollieren, sondern mit Hilfe skrupelloser Banken vermehrt auch in legale Bereiche investieren.

„Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien“

31. Dezember 2014 um 21:00

Willy Wimmer gehörte 33 Jahre dem Bundestag an. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

In dem folgenden aufschlussreichen Gespräch mit Thomas Wagner äußert sich Wimmer u. a. über die geopolitischen Interessen der USA in Europa, über Helmut Kohl und den Angriff auf die parlamentarische Demokratie. Brisanter Stoff, den es zu lesen lohnt…