Cannabis im Leistungssport 

28. Dezember 2016 um 04:14

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Es ist ein Thema, das häufig für starke Kontroversen sorgt; nicht nur in Konsumentenkreisen, auch auf zahlreichen sonstigen Ebenen ist das Thema „Kiffen und Sport“ immer wieder eine beliebte Schlagzeile und wird folglich heiß diskutiert. Im Fokus der Debatte steht dabei meist die Fragestellung, ob und in wie weit eine Einstufung von Cannabis als leistungssteigerndes Dopingmittel gerechtfertigt ist. Schließlich wird Cannabis in den Doping-Verordnungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sowie zahlreicher internationaler und nationaler Fachverbände als verbotenes  Dopingmittel gelistet – zum Leidwesen vieler Leistungssportler, die Cannabis als Heil oder rekreationales Entspannungsmittel nutzen.

Um mehr über dieses Thema in Erfahrung zu bringen, haben wir uns mit Christoph* getroffen und ihm einige Fragen gestellt. Christoph ist 37 Jahre alt, Leistungssportler, ehemaliger Handballprofi, Sportwissenschaftler und – was schließlich auch der ursächliche Grund für seine gewünschte Anonymität ist – ein Freund des Cannabiskonsums. 

Christoph, du bist ein echtes Sport-Ass, konditionell topfit und hast über Jahre hinweg sportliche Leistungen auf höchstem Niveau erbracht. Nun wissen wir ja, dass Cannabis entspannend und in vielen Fällen, natürlich abhängig von der verwendeten Sorte und anderen Faktoren, auch leicht sedierend wirkt. Das ist doch eigentlich eine Wirkung, die für Sportler eher ungeeignet ist, oder? Schließlich sind ja auch nur die wenigsten Cannabisfreunde unter akutem Wirkeinfluss an anstrengenden und schweißtreibenden Aktivitäten interessiert, geschweige denn an intensivem Konditionstraining und dergleichen. Wie verhält sich das bei dir?

Ja, das ist bei mir ganz ähnlich. Zu einer direkten Leistungssteigerung ist es aufgrund des eher entspannenden Wirkprofils für mich und die meisten anderen Sportler sicherlich nicht geeignet. Ich konsumiere auch nur in den seltensten Fällen vor einem Meisterschaftsspiel, sondern üblicherweise danach. An normalen Trainingstagen inhaliere ich auch schon mal mittags, aber dann nur ganz leicht dosiert und besser etwas sativa-lastiges. Es ist jedoch so, dass Kiffen und Sport bei mir eigentlich zwei unterschiedliche paar Schuhe sind, die sich nicht gegenseitig beeinflussen; also ich kiffe weder, um mich vor dem Sport fit zu machen, noch um mich nach dem Sport wieder runter zu bringen. In erster Linie konsumiere ich deshalb Cannabis, weil es mir Spaß macht und mir die Wirkung gefällt, als Freizeitdroge sozusagen, ganz unabhängig vom Sport.

Text: Hannes Schinder