Auf Umwegen zur passenden Therapie

30. Oktober 2016 um 02:04

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Andreas*, der HIV-Patient, den ich schon mehrmals interviewt habe, hatte bei unserem letzten Gespräch Besuch. Rafael* nahm rege an unserem Erfahrungsaustausch über Grow-Techniken Teil und schien aus eigener Erfahrung zu plaudern. Da ich immer auf der Suche nach begeisterten Kleingärtnern bin, habe ich Rafael gefragt, ob er mir nicht irgendwann einmal seine Buds präsentieren will. Nach einigem Zögern hat er eingewilligt, schließlich sei er nicht so gut wie sein Lehrmeister Andreas, der ihm das Growen von der Pike auf beigebracht habe.

Gegen Andreas Buds seien seine „kleine Leuchten“, auch wenn es mit der Zeit besser geworden sei. Ein halbes Jahr später ist es dann trotz Rafaels Bescheidenheit so weit. Der Mittvierziger empfängt mich in seiner kleinen zwei ZimmerWohnung, von der er das kleine, ca. acht Quadratmeter große Zimmer zum Growraum mit zwei 400 Watt Leuchten umfunktioniert hat. Bevor es in den kleinen Raum geht, möchte Rafael, der, wie ich jetzt erst erfahre, sein Gras aus medizinischen Gründen anbaut, einen rauchen. Außerdem möchte er etwas tun, wozu wir beim ersten Gespräch nicht gekommen sind. Bevor es ans Eingemachte geht, will er den Lesern seinen ungewöhnlichen Weg zu seiner Medizin von Anfang an schildern – denn der ist äußerst interessant und ziemlich ungewöhnlich.

Text und Fotos: Kimo