Energiesparen ist reine Kraftsache

1. September 2016 um 00:06

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Ich hatte Gabriel* schon vergangenes Jahr besucht und über seinen „In-Outdoor Kombi-Grow“ berichtet. Der etwas unkonventionelle Heim(lich)gärtner hat auch dieses Jahr die ersten warmen Tage genutzt, um seinen kleinen Indoor-Grow mit echtem Sonnenlicht aufzupeppen. Der Lebenskünstler aus Süddeutschland wohnt seit 20 Jahren in einer norddeutschen Großstadt und bezeichnet sich selbst als einen der zahlreichen „Prohibtionsflüchtlinge“, die aus Bayern oder Baden-Württemberg geflüchtet sind, weil ihnen ihre Vorliebe für verbotene Pflanzen dort zum Verhängnis wurde. Für mich, als Berliner Grow-Reporter und langjähriger Growshop-Mitarbeiter, stammen im Norden mittlerweile gefühlte 40-50% aller Growenden, die ihrer Heimat aus Selbstschutz-Gründen den Rücken gekehrt haben, aus südlichen Gefilden.

Lebenskünstler wie Gabriel haben viel Zeit und wenig Geld für Strom. Deshalb hat sich der Selbstversorger am Ende des Winters eine LED-Lampe (Marshydro 140/300 Watt) besorgt, die anfangs nur ein paar neue Sämlinge und Ableger seiner Mutterpflanzen sowie die alte Dame selbst beleuchten sollte. Als Growraum musste das fensterlose Badezimmer herhalten, wo neben der Badewanne – zu Gabriels Glück – noch eine separate Duschkabine steht, so dass Pflanzen- und Körperpflege nicht miteinander kollidieren. Zudem sind alle Anschlüsse für Lüfter und Aktivkohlefilter schon vorher vorhanden, schwarz-weiß Folie ist bei weißen Fließen überflüssig und ein Wasserschaden in der Badewanne so gut wie ausgeschlossen. Wer über ein Zweit-Klo verfügt, leitet auch die stark riechende Abluft gerne mal direkt in die ohnehin stinkende Unterwelt. So läuft man auch beim Aus- oder Abfallen des Filters kaum Gefahr, Nachbarn oder Gesundheitspolizei wegen Geruchsbelästigung auf den Plan zu rufen.

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Text und Fotos: Kimo