My Weed Berlin: „Jeder sollte es so machen wie wir“

29. Juni 2016 um 07:59

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Auch in Deutschland schließen sich immer öfter Gleichgesinnte zusammen, um ihr Rauchkraut zu kultivieren. Frei nach dem Motto „Geteilte Arbeit – geteilter Ertrag“ kooperiert man beim Anbau und wird so im Prinzip zu einem kleinen Cannabis Social Club. Wir möchten Euch nun so einen „CSC“ aus Berlin vorstellen, der aktuell aus drei Mitgliedern besteht, die allesamt zu einem Gespräch über ihren kleinen Club bereit waren. Aus verständlichen Gründen nennen wir sie hier nicht bei ihren echten Namen.

Wann habt ihr euren Club gegründet und wie kam es dazu?

Tom: Das war vor zwei Jahren, wegen der hohen Kosten unseres Graskonsums und der schwankenden bis schlechten Qualität der Blüten, die man so auf der Straße kriegt. Wir waren ja noch neu in Berlin und konnten so nur in der Hasenheide unser Gras besorgen – das wurde dann aber immer mehr gestreckt und schließlich auch gebrixt und so mussten wir schließlich aus reinem Selbstschutz unser eigenes Gras anbauen. Man muss eben immer schön aufpassen, wenn man etwas auf der Straße kauft – und natürlich immer die Ware kontrollieren. Auf der Seite des DHV wird übrigens sehr gut erklärt, woran man mit Brix gestrecktes Gras konkret erkennen kann.

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Wisst ihr, was man aktuell auf der Straße für Gras zahlt?

Anna: Ja, momentan zahlst du im Görlitzer Park für 0,8 Gramm Gras 10 Euro.

Tom: Und wenn es gebrixt ist, dann ist da noch deutlich weniger Gras drin.

Anna: Das Görli-Gras ist eigentlich nicht gebrixt, aber trotzdem der letzte Schrott – du kriegst einfach kein vernünftiges Blüte-Material, sondern nur irgendein undefinierbares Reste-Granulat, was jeder vernünftige Grower nur noch zum Öl- oder Butter-Machen verwenden würde.

Kanntet ihr euch eigentlich schon vor eurer gemeinsamen Clubzeit?

Tom: Nein, wir haben uns erst hier in Berlin kennengelernt, als wir beschlossen, zusammen eine Wohngemeinschaft zu bilden.

Anna: Wir sind dann zusammen hier in die Wohnung gezogen. Da Tom auch früher schon Gras angebaut hatte, trafen wir die Verabredung, dass ich arbeite und das Geld für die erste komplette Growbox einbringe, während er sich dann darum kümmert, dass auch alles schön wächst. Das passte irgendwie gut zusammen.

Micha: Kurz darauf bin ich dann auch in die WG eingezogen und habe natürlich schnell mitbekommen, was hier läuft. Und kurz darauf war ich dann das dritte Clubmitglied.

Text: Martin Müncheberg