Die entheogene Revolution – Vision einer psychedelisierten Welt

4. Mai 2016 um 00:33

Die-psychedelisierte-Gesellschaft

Stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der der Gebrauch von psychoaktiven Stoffen wieder kulturell integriert wäre. Wohlgemerkt: Der Gebrauch von allen psychoaktiven Stoffen, nicht nur von einigen ausgewählten, an denen sich die Staatsgefüge mittels horrender Steuereinnahmen satt stoßen. Denn dann müsste sich ja nichts ändern. Es geht also nicht um die schnelle Fluppe zwischen Mittagstisch und Meeting, nicht um den wochenendlichen Alkoholexzess zum Ausgleich für eine kaum zu ertragende Arbeitswoche in den Fängen und Zwängen der Leistungsgesellschaft.

Stellen wir uns vor, jeder Mensch dürfte von Gesetzes wegen genau die Substanz für sich wählen, die er oder sie möchte. Ohne jede Repression. Drogengesetze würden sich auf kontrollierte Herstellung und den korrekten Vertrieb sowie auf Angelegenheiten des Jugendschutzes beschränken. Dann würden sich Menschen zusammentun und gemeinsam Zauberpilze essen oder LSD schlucken. Eingekauft beim spezialisierten Fachhändler, zum Beispiel beim örtlichen Apotheker. Andere würden Amphetamine, Kokain oder 2C-B aus der Apotheke holen und sich damit von Zeit zu Zeit das sexuelle Leben versüßen. Die nächsten würden Cannabis oder Opium rauchen, um zu entspannen, andere Meskalin oder DMT verwenden, um spirituelles Verständnis zu erlangen oder um die Meditationspraxis zu bereichern. Manche würden die empathogenen und öffnenden Eigenschaften eines MDMA-Erlebnisses nutzen, um sich für den Alltag zu erden, um psychische Belastungen zu lindern oder um eine kritische Lebenssituation zu meistern, Ärzte und Therapeuten könnten die heilsamen Eigenschaften psychoaktiver Stoffe nutzen, um ihren Patienten die jeweils passende Behandlung angedeihen zu lassen. Wissenschaftler würden zur Lösung ihrer kniffligsten Probleme Psychedelika nehmen, was de facto bei einigen Forschern schon lange der Fall ist, allerdings heutzutage notgedrungen im Untergrund, heimlich, still und ohne Aufsehen zu erregen praktiziert wird. 

Text: Markus Berger

Den ganzen Artikel könnt Ihr jetzt in thcene 03/2016 lesen.