Dinachem: Der neue Klon-König

30. Dezember 2015 um 04:14

Viele Jahre lang hatten die holländischen Kommerz-Grower Dick und Freerk nur die Standardsorten Power Plant und Amnesia angepflanzt und für ihre Kunden im Programm gehabt. Wie die allermeisten kommerziellen Anbauer arbeiten die beiden mit Klonen, kaufen diese aber nicht zu, sondern produzieren selbst Mutterpflanzen und schneiden von diesen Stecklinge. Immer mal wieder probierten sie neue Sorten aus, kauften sich entsprechende Samen, zogen sie groß und testeten, wie das neue Gras bei ihrer Kundschaft ankam – mal besser, mal schlechter, aber nie fiel das Echo durchgängig so begeistert aus, wie es für eine Übernahme in Dicks und Freerks Standard-Sortiment hätte sein müssen.

Vor einiger Zeit erhielten sie dann von einem befreundeten Grower namens Cloudz einen Steckling der Sorte Dinachem, aus demDinachem Hause der spanischen Seed Bank Dinafem. „Müsst ihr unbedingt mal ausprobieren“, empfahl Cloudz, und da Dick und Freerk wussten, dass er sich äußerst gut in der Cannabis-Sortenwelt auskennt und ein untrügliches Gespür für umwerfende „Top-Burner“ hat, kamen sie dieser Empfehlung sehr gern nach. Obwohl er ein leidenschaftlicher Samensorten-Grower ist, hatte Cloudz diesen Dinachem-Steckling ausnahmsweise mal nicht selbst selektiert – das hatte wiederum Growolf, ein weiterer sehr erfahrener Grower – der den thcene-Lesern mittlerweile gut bekannt sein dürfte -, erledigt.

Während der Dinachem-Klon bei Dick und Freerk zur Mutterpflanze heranwuchs, machten die beiden sich erst mal schlau über diesen Strain, der ihnen bis dahin unbekannt gewesen war. Und sie erfuhren hochinteressante Dinge: Bei Dinachem handelt es sich um nichts Geringeres als Original ChemDog 91-Genetik! Jeder, der sich ein bisschen mit Cannabissorten auskennt, hat schon einmal etwas von ChemDog gehört, denn diese im Jahre 1991 vom gleichnamigen Züchter an der Ostküste der USA kreierte exquisite Genetik ist legendär. Wie nur wenige andere Sorten hat sie das Samenzucht-Business beeinflusst und inspiriert: Es war seinerzeit das erste Marihuana auf dem amerikanischen Markt, das auf verblüffende Weise intensiv nach Benzin roch – eine absolute Aromarevolution. Und als Muttersorte schenkte ChemDog später weiteren Strain-Legenden wie z. B. NYC Diesel, Sour Diesel und OG Kush das Leben. Der ChemDog-Abkömmling OG Kush ist ein Phänomen für sich: Es handelt sich um die wohl einflussreichste Sorte der letzten Jahre auf dem internationalen Samenmarkt, sie wurde und wird für unzählige Kreuzungen verwendet, und ein Ende des OG Kush-Hypes ist noch nicht absehbar.

Text und Fotos: Green Born Identity – G.B.I.

Den ganzen Artikel könnt Ihr jetzt in der thcene 01/2016 lesen.