Grapefruit, Zitrone und Co. – Fünf „exotische Früchtchen“

1. Juli 2015 um 07:10

Welcher Cannabisfreund liebt sie nicht: Hanfsorten mit fruchtigem Aroma? Es ist ein absolutes Faszinosum und verblüffendes  Naturwunder, dass die Hanfpflanze dazu in der Lage ist, eine große Vielzahl ganz verschiedener Fruchtaromen auszubilden. Sie ist quasi das Aroma-Chamäleon unter den Pflanzen, kann je nach Sorte riechen wie die Obstpflanzen Grapefruit, Zitrone, Orange, Mandarine, Ananas, Erdbeere, Himbeere, Heidelbeere, Kiwi, Mango, Banane, Kirsche und so weiter und so fort. Natürlich sind diese Fruchtaromen der Hanfblüten nicht völlig identisch mit den jeweiligen Obst-Originalen, da eben auch immer die hanftypischen Kombinationen von Terpenen (Aromastoffen) mit im Spiel sind, die Gras eben grundsätzlich wie Gras riechen lassen. Manchmal sind die Fruchtaromen auch eher assoziativer Natur und nur eine Nebenkomponente, drängen sich nicht sofort auf und müssen erst „erschnüffelt“ werden.

In diesem Feature werden fünf Sorten vorgestellt, die nach Zitrusfrüchten, bzw. Ananas riechen. Zitrusartig duftende Hanfblüten weisen einen besonders hohen Limonen-Gehalt auf, dieses Terpen produziert – wie der Name schon vielsagend andeutet – ein zitrusartiges Aroma. Natürlich produzieren Limonen, Limetten und Zitronen, aber auch Orangen, Mandarinen, Grapefruit etc. besonders viel Limonen. Aber auch bei anderen Pflanzengattungen stellt dieser Aromastoff bei den Terpenen den Löwenanteil, beispielsweise bei der Zitronenverbene, beim Zitronengras oder dem Zitronenthymian und eben auch bei manchen Sorten der Hanfpflanze. Andere wichtige Terpene, die in der Cannabispflanze vorkommen, sind z. B. Alpha-Pinen (auch in vielen Kieferarten sowie Rosmarin und Eukalyptus), Sabinen (auch in Eichen, Karotten, Teebaumpflanzen, schwarzem Pfeffer), Myrcen (Myrcia, Verbenen, Lorbeer), Caryophyllen (in schwarzem Pfeffer und Nelken), Linolool (Zimt, Basilikum, Majoran, Thymian, Oregano), Terpineole (Rosmarin, Anis, Majoran, Salbei, Wacholder) und Cineol (Eukalyptus, Basilikum, Salbei, Safran, Minze Teebaumöl).

Lemon Skunk

Die Sorte Lemon Skunk (60:40 Sativa/Indica) von DNA Genetics verfügt z.B. über einen hohen Limonengehalt. DNA Genetics beschreibt Lemon Skunk als „eine Kreuzung aus zwei Skunklinien, spezielle Phänotypen, die wegen ihres Zitronenaromas ausgewählt wurden. Die Mutterpflanze ist seit mehr als 20 Jahren in Las Vegas in Kultur und die Vaterpflanze wurde hier in den Niederlanden selektiert. Sie wurde von Eddie, dem ehemaligen Inhaber einer der ältesten und prestigereichsten niederländischen Seed Banks, zur Verfügung gestellt. Diese preisgekrönte Pflanze wurde über die Jahre hinweg für viele Zuchtprojekte selektiert und verwendet. Lemon Skunk ist ziemlich hochwachsend und bietet gute Erträge sowie großartig riechende Buds. Diese sind hellgrün und haben dicke, orangefarbene Blütennarben. Das Blüten/Blätter-Verhältnis ist hoch. Diese Sorte erreicht ein Maximum an Geschmack und Süße, wenn sie zwischen Blütetag 50 und 56 geerntet wird.“ Die offizielle Blütezeit beträgt 7-8 Wochen. Bei der Lemon Skunk-Kultur des Growers Raztazotti vor einigen Jahren, hatten sich am Ende auf den Blütenkelchen und –blättern äußerst üppige Harzmengen gebildet, dicke Lagen von super-klebrigen, silbrig-weißen Harzdrüsen. Raztazotti hatte nicht erwartet, dass Lemon Skunk eine dermaßen heftige Harzigkeit an den Tag legen würde. Und tatsächlich verströmten seine Pflanzen einen sehr intensiven, köstlichen Zitronenduft, der bei den getrockneten Lemon Skunk-Buds auf intensive Weise bewahrt worden war. Es waren die reinsten Hanf-Zitronen! Genauso superb fiel der Geschmack aus. Raztazotti inhalierte genüsslich einen frischen, süß-sauren Zitronengeschmack, seine Lemon Skunk-Buds schienen in der Tat vollgepackt, förmlich getränkt, mit Limonen zu sein. Und sie lieferten einen abwechslungsreichen Turn, der sowohl Sativa- als auch Indica-Einflüsse offenbarte, mit einem in etwa gleichen Anteil von kopfbezogenen Sativa- und körperbezogenen Indica-Effekten.

Text und Fotos: Green Born Identity – G.B.I.

Das ganze Sortenporträt könnt Ihr jetzt in thcene 04/2015 lesen.