“Mit einer Million lässt sich keine Legalisierung kaufen“

1. Januar 2015 um 00:15

Dass Georg Wurth eine Million Euro für die Cannabislegalisierung bei der Millionärswahl auf Pro7 gewann, ist bekannt – aber wie viel von dem Geld kam beim DHV an? Gibt es jetzt TV-Werbespots für die Cannabislegalisierung, und wo kann man die sehen? Und wann kommt denn nun endlich die Legalisierung? Mitte November letzten Jahres sprachen wir mit Georg über die neuen Möglichkeiten professioneller Lobbyarbeit für Hanf in Deutschland.

Georg-WurthWas hat dich als damaliger Grüner Kommunalpolitiker veranlasst, dich schließlich dem Thema Hanf zu verschreiben?

Ich habe mich ja auch schon lange vorher mit Drogenpolitik befasst. Bei mir fing alles 1996 mit einer Selbstanzeige wegen vier Gramm Marihuana an – das war damals eine politische Aktion von mir bei den Grünen, welche auch für reichlich Wind in den Medien sorgte. Allerdings wurde das Verfahren dann nicht – wie von mir erwartet – wegen der geringen Menge eingestellt, sondern zog sich jahrelang und bis zum Bundesverfassungsgericht hin. Dadurch bin ich dann irgendwie zwangsläufig an dem Thema drangeblieben. Und als sich die Gelegenheit ergab, beim DHV einzusteigen, habe ich sie genutzt.

Bitte umreiße mal kurz die Schwerpunkte eurer DHV-Arbeit.

Wir gehen jeden Weg, der irgendwie dazu beitragen kann, dass wir eine Legalisierung erreichen. Oder vielleicht auch erstmal die Entkriminalisierung der Konsumenten – das werden wir sicherlich nicht alles gleich auf einen Schlag erreichen. Konkret bedeutet das, dass wir direkte politische Lobbyarbeit betreiben – wir sind Ansprechpartner für die Politik und bemühen uns, dass das Thema auf der Agenda bleibt. Das klappt aber nur mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit, denn ohne die öffentliche Meinung und einen massiven Schub aus der Bevölkerung kommen wir mit politischer Lobbyarbeit alleine auch nicht weiter. Für die Öffentlichkeitsarbeit haben wir eine breite Palette an Informationsmaterialien produziert, die wir zum Selbstkostenpreis tagtäglich an etliche Interessierte verschicken, die unser „Propaganda-Material“ dann weiterverteilen. Außerdem betreiben wir eine häufig aktualisierte Homepage und sind auch auf Facebook aktiv – inzwischen haben wir hier schon über 100.000 Fans. Und natürlich versuchen wir immer wieder mit unserem Thema in die Massenmedien zu kommen – sei es durch zahlreiche Pressemitteilungen oder indem wir zum Thema recherchierende Journalisten fachlich beraten.

Text: Martin Müncheberg

Das ganze Interview könnt Ihr jetzt in der thcene 01/2015 lesen.