Hanfdampf in allen Grachten

31. Dezember 2014 um 23:00

Der neu publizierte Coffeeshop Guide Amsterdam 2015, ist das erste Buch das alle Coffeeshops in Amsterdam beschreibt – sozusagen ein Lonely Planet für Coffeeshops. Aber das Buch ist mehr: die Atmosphäre von Amsterdam wird auf besondere Weise wiedergegeben und erzählt warum das Phänomen Coffeeshops hier seinen Anfang nahm. Ein Buch das nur in Amsterdam möglich ist. Wir trafen uns mit den Autoren der Guide zu einem Gespräch, das dann ganz ander als erwartet ausfiel.

Amsterdam-Coffeeshop-GuideIhr habt uns gebeten, eure Namen zu ändern, habt uns dann aber als Pseudonyme eure eigenen angegeben.

 Karl: Ja. Wir arbeiten undercover-undercover. Das heißt, wir verschleiern die Wahrheit mit der Wahrheit. Das Coffeeshop-Guide-Business ist knallhart. Auch während des Interviews tragen wir schwarze Masken und falsche Bärte darunter. Wir haben auch unsere Augen gefärbt und Kontaktlinsen im Haar.

Was hat euch auf die Idee gebracht, einen Reiseführer für die Coffeeshop-Szene in Amsterdam zu schreiben?

Roeland: Tja. Das ist eine gute Frage. Eines Tages saßen wir an einer Gracht in Amsterdam und schauten auf das Wasser. Plötzlich begann sich etwas im Wasser zu bewegen. Fische. Hunderte von Fischen schwammen ganz knapp unter der Wasseroberfläche. Es schien, als ob sie sich vor uns versammelten. Wir schauten nach oben. Die Bäume voll mit Vögeln. Plötzlich landete ein kleiner Vogel auf meinem Knie. Er pickte einige Krümel von meiner Jeans und begann mit mächtiger Stimme zu sprechen: „Ihr werdet meiner Stimme gehorchen und die Coffeeshops dieser Stadt verzeichnen. Dann sollt ihr diese frohe Botschaft den Menschen überbringen, dass dieses Wissen Eigentum sei von allen Völkern.“ Wir sahen einander in die Augen und dachten unmittelbar dasselbe: „Seit wann können Vögel sprechen?“ Dann gingen wir nach Hause und lebten glücklich und zufrieden…

Bis?

Karl: …bis ich eines Tages Roeland fragte:

„Hey, besteht eigentlich ein Guide für Coffeeshops?“

„Nein! Coffeeshops dürfen keine Werbung machen. Ist verboten.“

„Aber wir sind doch kein Coffeeshop.“

Die lange Diskussion darüber, wie freie Meinungsäußerung unausgegorener Drogengesetzgebung gegenüberzustellen ist, endete damit, dass wir uns ans Werk machten. Dabei kalkulierten wir das Risiko mit ein, dass unser Buch auch vom Markt geholt und eingestampft werden könnte. Die Gesetzgebung in den Niederlanden ist nämlich äußerst vage, wenn es um Drogen geht. Aber dazu kommen wir vielleicht später. Ich komme mehr aus der Schreiber- und Verlagsecke und Roeland weiß alles über Coffeeshops. Er kann aus der Hüfte den Unterschied zwischen Indica- und Sativa-Pflanzen erklären – und das so, dass man es versteht.

Roeland: Außerdem stehen wir auf Grün. Ich würde niemals einen Rasen mähen. Das ist eine Barbarei. Wie Heckenscheren. Oder Vegetarier – das sind alles Mörder.

Interview: thcene

Fotos: Amsterdam Coffeeshop Guide

Das ganze Interview könnt Ihr jetzt in der thcene 01/2015 lesen.