Research Chemicals

27. Oktober 2014 um 10:03

Research Chemicals (RCs), zu Deutsch „Forschungschemikalien“, ist eine Sammelbezeichnung für Substanzen, die ursprünglich zu Zwecken der pharmazeutischen Forschung kreiert wurden und sich heutzutage explizit deshalb einer sukzessiv größer werdenden Beliebtheit erfreuen, weil sie zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht von der Drogengesetzgebung erfasst wurden und daher frei verkäuflich und folglich „legal“ sind. Selbstverständlich ist der Gesetzgeber permanent darum bemüht, die entsprechenden Substanzen, die im Online-Handel oder im Headshop beispielsweise als Räuchermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Kakteendünger deklariert zu erwerben sind, schnellstmöglich ins BtMG aufzunehmen. Doch sobald dies geschehen ist, werden einfach molekular-strukturell- sowie wirkähnliche Substanzen designt und ebenfalls fehl- bzw. zweckentfremdet deklariert auf den Markt gebracht.

Viele Personen kommt zunächst der Terminus „Designerdrogen“ in den Sinn, wenn sie an Research Chemicals Research-Chemicalsdenken, was jedoch nur partiell korrekt ist,  denn Research Chemicals sind Substanzen, die eigentlich zu pharmazeutischen bzw. medizinischen Forschungszwecken entwickelt wurden, während es sich bei Designerdrogen explizit um jene psychoaktiven Stoffe handelt, die in Untergrund- bzw. Geheimlaboren direkt für den illegalen Drogenmarkt hergestellt werden. Demnach handelte es sich bei LSD oder MDMA dem eigentlichen Wortsinn nach einstmals ebenfalls um sogenannte Research Chemicals, da sie ausschließlich zu Zwecken der Forschung hergestellt wurden. Heute werden unter dem Terminus jene psychoaktiven Substanzen subsumiert, die zunächst durch die drogengesetzlichen Kontrollregelungen fallen, deren Wirkungsprofil und Toxikologie bislang kaum erforscht ist und über deren Neben- und Langzeitwirkungen nur sehr wenige bis gar keine qualitativen Aussagen getroffen werden können. Sehr häufig synonym bzw. sinnverwandt zur Vokabel Research Chemicals sind daneben die Bezeichnungen „Experimental Chemicals“, „Neue Psychoaktive Substanzen“ (NPS) sowie „Legal Highs“ geläufig.

Text: Kevin Johann

Den ganzen Artikel könnt Ihr jetzt in der thcene 06/2014 lesen.