Dampf statt Rauch – Vaporizer, die lungenfreundliche Alternative

7. November 2013 um 07:50

Seit 2007 gibt es einen ganz speziellen Fachhandel für Vaporizer – bei „Verdampftnochmal“ werden ausschließlich Vaporizer und das dazugehörige Zubehör angeboten. Als GbR für den Onlinehandel gegründet, unterhält die Firma im Berliner Stadtteil Treptow inzwischen auch ein eigenes Ladengeschäft. Wir sprachen mit Andreas Halbmeier, einem der zwei Gründer und Eigentümer, über die Vorzüge des Verdampfens.

Kannst du uns etwas über die Anfänge des Vaporisierens erzählen?

VerdampftnochmaldeIm Grunde genommen wurden Vaporizer in Deutschland erfunden – alles begann mit der Heißluftpistole von „Steinhel“, die als Erstes dazu verwendet wurde, Stoffe zu verdampfen. Eigentlich war sie ja entwickelt worden, um Farbe abzubrennen, aber man stellte schnell fest, dass sie auch zum Verdampfen von Kräutern geeignet war. Selbst bei Cheech & Chong kam schon mal ein Vaporizer vor – der war zwar nicht wirklich einer, sollte wohl aber einer sein. Aber das ist ja auch schon sehr lange her. So richtig angefangen hat dann alles Mitte der 90er Jahre, als „Eagle Bill“ den ersten Vaporizer auf den Markt brachte. Das war noch ein Gerät mit einer Art Glühbirne, die mit dem Feuerzeug von unten erhitzt wurde – das funktionierte allerdings relativ schlecht. Das war auch das erste Gerät, das ich persönlich ausprobiert habe – und ich war nicht gerade davon begeistert. Die ersten marktreifen elektronischen Vaporizer hießen dann „Aromed“ und „Volcano“, und sie funktionierten schon richtig gut. Dann kam der „Vapir“ in den USA mit einem ersten digitalen Gerät raus – das war allerdings keine gute Qualität, und unter diesem Image-Schaden leidet die Firma auch noch heute ein wenig.

Wann begannen Vaporizier auch in Deutschland beliebt zu werden?

Das kann ich dir genau sagen: Das war 2007, als wir mit dem Fachhandel angefangen haben. (lacht) Das ist zumindest mein persönliches Empfinden, denn davor hatte ich mich mit der Materie noch nicht so richtig beschäftigt. Aber ich glaube schon, dass wir inzwischen das Thema europaweit vorangebracht haben. Natürlich sind wir inzwischen nicht mehr die Einzigen in diesem Bereich – aber wir sind immer noch die Einzigen in Europa, die sich zu 100 Prozent auf Vaporizer spezialisiert haben. Wir kennen auch kein anderes Ladengeschäft, welches ausschließlich Vaporizer und Vaporizer-Zubehör im Angebot hat.

Was ist eigentlich so großartig am Vaporisieren?

Es ist einfach nicht so ungesund wie Kräuter mit Tabak zu rauchen. Wer pur raucht, ist hier schon klar im Vorteil – das bestätigen Studien, die u. a. auch auf Jamaika und in den USA durchgeführt wurden, wo die meisten ja Cannabis pur rauchen. Hier ist die Lungenkrebs-Rate bei den Pur-Rauchern gering bis gleich null. Nichtsdestotrotz hat die Vaporisation auch noch eine Menge anderer Vorteile: Zum einen schmeckt es viel besser, es ist angenehmer zu inhalieren und kratzt nicht so. Außerdem wird die Raumluft nicht so belastet und es findet eine viel bessere Verwertung der Kräuterinhaltsstoffe statt. Man braucht einfach viel weniger und konsumiert somit effektiver. Ähnlich unschädlich wie Vaporisieren ist eigentlich nur die orale Aufnahme – aber die lässt sich meist nicht so gut dosieren und ist daher nicht alltagstauglich.

Text und Fotos: Martin Müncheberg

Das ganze Interview könnt Ihr in Ausgabe 6/2013 der Thcene lesen