Outdoor-Selektion von weiblichen und männlichen Pflanzen

4. Juli 2013 um 06:07

Die Outdoor-Saison hat gerade begonnen und so mancher Hobbybreeder macht sich seine Gedanken, wie die anstehenden Monate für seine Outdoor-ProjekteOutdoor-Selektion am besten zu nutzen sind. Doch bevor man die Samen schlussendlich produziert, muss man erst einmal die passenden Elternteile selektieren. In diesem Artikel geht es um diese Wahl und darum, was die Selektion unter natürlichen Bedingungen von der Selektion unter der heimischen NDL unterscheidet.

Die Selektion von Elternpflanzen für ein Outdoor-Projekt ist gänzlich anders als die Auswahl für eine zukünftige Indoor-Sorte. Die Vorraussetzungen, unter denen Pflanzen unter natürlichen Bedingungen im Freien wachsen und blühen, sind komplett verschieden und nicht mit dem Anbau unter Kunstlicht zu vergleichen.

Ein Beispiel hierzu: Die alte Schweizer Outdoor-Sorte Erdbeer, oder englisch: Strawberry, wächst im Indoor-Bereich nur sehr langsam und entwickelt nicht das Potenzial, welches sie unter natürlichen Bedingungen zeigt. Auch die Lebanese von Blue Hemp Seeds performt unter freiem Himmel deutlich besser als unter einer künstlichen Lichtquelle. Doch warum ist das so?

Es ist ganz einfach: Diese Genetiken sind seit Jahren an das hiesige Klima angepasst und entfalten nur unter diesen Bedingungen ihr ganzes Potenzial. Die Unterschiede zwischen dem In- und dem Outdoor-Anbau sind gewaltig und nicht zu unterschätzen. Unter freiem Himmel ist die Reduktion der Photoperiode einem ganz bestimmten Muster unterworfen. Im Indoor-Bereich dagegen lässt man die Pflanzen unter 18 Stunden Licht wachsen, und bei 12 Stunden Licht leitet man die Blüte ein.

Die Temperatur unter Kunstlicht ist 365 Tage im Jahr ziemlich gleich, die Luftfeuchtigkeit kann man regeln und stabil halten. Es gibt immer genügend Wasser und eine optimale Nährstoffversorgung. Alle Bedingungen kann man steuern und stetig im Optimum halten.

Aus diesem Grund muss man, wenn man eine Outdoor-Sorte züchten will, auch draußen selektieren. Pflanzen, die unter der Sonne angepflanzt werden, können ganz anders aussehen, als wenn man die gleichen Pflanzen unter künstlichem Licht growt. Eine Pflanze, die indoor perfekt scheint, muss draußen noch lange nicht so gut performen. Genauso ist es auch mit Pflanzen, die outdoor hervorragende Ergebnisse bringen – diese müssen bei einem Grow unter NDL & Co. noch lange keine ähnlich gute Leistung zeigen. Man muss sich dessen bewusst sein und darin auch seine Ziele, Wünsche und Möglichkeiten der Selektion mit einfließen lassen. Auch die Wahl des richtigen Spots ist sehr wichtig, denn auch hier gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten. Einige Genetiken benötigen viel Sonne, kommen aber nicht unbedingt mit heißen Temperaturen zurecht. Für solche Strains sollte man einen Platz suchen, an dem an heißen Tagen ein gewisser Wind weht, der die Transpiration und damit auch die Kühlung der Pflanzen unterstützt. Andere Arten kommen mit weniger Licht aus, sind aber sehr anfällig für Schimmel. Diese Sorten sollte man nach Möglichkeit nicht unbedingt im Wald stehen haben, da sich hier bis zur Mittagszeit sehr viel Feuchtigkeit bilden kann. Auch hier sollte man möglichst offene Spots suchen, die vielleicht sogar etwas Schutz bei Regen bieten. Wenn man u. a. auf diese Faktoren achtet und sich ein paar Informationen zu den ausgesuchten Strains einholt, dann sollte einem erfolgreichen Grow oder sogar einer erfolgreichen Selektion nichts mehr im Wege stehen.

Text & Fotos: Mr. CalyX

Mehr dazu könnt Ihr in Ausgabe 4/2013 der Thcene lesen.