Garfunkel and Oates

6. März 2013 um 06:22

Interview: Martin Müncheberg

Heute möchten wir Euch ein weibliches Folk-Duo aus Los Angeles vorstellen, das bei uns noch weitgehend unbekannt ist. Aber selbst hierzulande macht vor allem ihr YouTube-Video „Weed Card“ immer mehr die Runde und in seinem Fahrwasser kann man dann auch gleich noch viele weitere witzige Songs entdecken – wie zum Beispiel „Save the Rich“. Die zwei US-amerikanischen Schauspielerinnen Riki Lindhome und Kate Micucci, die auch schon in Serien wie „The Big Bang Theory“, „Dr. House“, „How I Met Your Mother“ oder „Weeds“ zu sehen waren, machen mit der Zeit aber immer mehr unter ihrem gemeinsamen Bandnamen von sich reden: Garfunkel and Oates.

Wie kam es zu der für Schauspielerinnen ja eher ungewöhnlichen musikalischen Zusammenarbeit zwischen euch?

Kate: Wir waren schon ein paar Jahre lang gut befreundet, als mich Riki anrief und fragte, ob ich ihr dabei helfen würde, zwei Songs für eine Musical-Version ihres Kurzfilms „Imaginary Larry“ zu schreiben. So saßen wir dann irgendwann auf Rikis Couch, schrieben unsere ersten zwei gemeinsamen Songs an einem einzigen Tag und hatten auch noch riesigen Spaß dabei.

Riki: Und trotzdem war es unglaublich leicht. So leicht, wie es danach nie wieder war. Am Anfang waren wir in einem regelrechten Hochgefühl und die Songs purzelten einfach so aus uns heraus – später brauchten wir dann auch schon mal Monate für ein paar richtig gute neue Songs.

Kate: Nachdem sich unsere ersten zwei gemeinsamen Songs an diesem einen Tag aber fast wie von selbst schrieben und wir darüber hinaus auch großen Spaß bei der Zusammenarbeit hatten, war uns klar, dass wir damit nicht aufhören wollten – also machten wir weiter.

Riki: Ich stellte dann einfach mal ein paar Lieder von uns auf meiner YouTube-Seite ein…

Kate: …was ich übrigens gar nicht wusste, da ich dachte, die wären eher zur Erheiterung der Familie und einiger Freunde geeignet.

Riki: Wir konnten uns damals tatsächlich nicht vorstellen, dass sich das auch andere Leute ansehen werden. Schließlich gibt es inzwischen Milliarden von YouTube-Videos – und die meisten davon werden ja gar nicht oder nur ganz selten angeschaut. Ich hatte unsere Songs auch einfach nur eingestellt, damit Freunde und Familie sie sich einfach mal ansehen konnten.

Kate: Wir waren damals beide viel beruflich unterwegs, es dauerte etwa fünf Monate, bis wir wieder zurück zu Hause waren und die Zeit fanden, uns mal wieder zu treffen. Als wir uns dann bei YouTube einloggten, merkten wir gleich, dass hier eine Menge passiert war. Unsere Videos waren millionenfach angeschaut worden und hatten jede Menge Kommentare – viele drehten sich kurioserweise um meine Haare. Darüber war eine regelrechte Kontroverse entbrannt.

Riki: Ich kriege ja nie Haar-Kommentare, aber du solltest vielleicht mal darüber nachdenken, warum dein Haar die Leute so aufregt. Vielleicht ist es ja doch ein bisschen zu lang…

Kate: Keine Ahnung, was mit meinen Haaren nicht in Ordnung sein soll. Ich habe kein Haar-Problem – das will ich hier ruhig noch mal herausstellen. Wie dem auch sei – als ich kurz darauf bei „Scrubs“ eine Gastrolle hatte, erfuhr ich, dass man für die Serie einen unserer Songs verwenden wollte. Allerdings wurde aus „Fuck You!“ dabei „Screw You!“ – damit es gesendet werden konnte. Nichtsdestotrotz hat uns der Song im Fernsehen dann auch noch weitere Aufmerksamkeit gebracht – obwohl wir damals noch gar nichts regulär veröffentlicht und noch kein einziges Konzert gegeben hatten.

Riki: Das war schon verrückt, normalerweise ist es anders herum. Erst im September 2008 traten wir das erste Mal gemeinsam auf.

Mehr dazu könnt Ihr in Ausgabe 02/2013 der Thcene lesen.