Der Heterosiseffekt und die Arbeit mit wilden Landrassen

6. März 2013 um 07:10

Heteorosis-EffektText und Fotos: Mr. CalyX

In dem Artikel „Von türkischen und afghanischen Landrassen“ habe ich Euch zwei wilde und von der Natur selektierte Landrassen näher vorgestellt. Mit diesem zweiten Bericht will ich an das Thema anknüpfen und vor allem die Hobby-Breeder und Landrassen-Fans ansprechen. Wir werden uns etwas genauer mit der Genetik der reinen Landrassen auseinandersetzen und die richtige Selektion sowie den Heterosiseffekt genauer unter die Lupe nehmen.

Als Heterosis- oder Bastardeffekt bezeichnet man eine besonders ausgeprägte Leistungsfähigkeit bei Pflanzen, welche die der beiden Elternteile übertrifft. Ich  will Euch ein ganz einfaches Beispiel geben, das diesen Effekt verdeutlicht: Wir haben zwei Elternpflanzen, die beide gute Eigenschaften besitzen, einzig der Ertrag liegt bei der männlichen und der weiblichen Pflanze nur im mittleren Durchschnitt. Wir kreuzen beide Elternpflanzen miteinander und erhalten eine Generation, die plötzlich einen sehr hohen Ertrag erzeugt. Genau diese gesteigerte Leistung ist gemeint, wenn wir über den Heterosiseffekt sprechen. Natürlich beschränkt sich der Bastardeffekt nicht auf ein Merkmal oder eine Eigenschaft, genauso gut kann die Harzbildung oder der THC-Gehalt gesteigert oder gar verdoppelt werden.Was genau löst einen solchen Effekt aus, und kann man ihn vielleicht sogar zu eigenen Gunsten beeinflussen?

Schaut man sich den heutigen Samenmarkt an, so stellt man fest, dass 90 % aller erhältlichen Sorten F1-Hybriden sind. Doch warum gibt es so viele F1-Generationen? Die Gründe sind verschieden: F1-Hybriden sind in der Regel schnell produziert und können in dieser Form nicht vom Grower oder anderen Züchtern nachgemacht werden. Will man den Strain ein weiteres Mal anpflanzen, muss man sich die Samen erneut im Handel kaufen. Auch der Heterosiseffekt spielt eine sehr große Rolle auf dem heutigen Markt. Der Effekt der starken und vitalen F1-Generation verspricht gute Ergebnisse bei einem minimalen Zeit- und Arbeitsaufwand.

Mehr dazu könnt Ihr in Ausgabe 02/2013 der Thcene lesen.