Congo Haze: Anbetung einer mächtigen Sativa-Göttin

6. Januar 2012 um 03:12

The Doc, ein leidenschaftlicher Fan und Grower von Haze-Genetik, erhielt vor einer Weile ein 10er-Päckchen reguläre Congo Haze-Samen, das ihm ein Freund mitgebracht hatte. Der Klang des Wortes „Congo“ ließ sein Herz augenblicklich schneller schlagen, weil es bei ihm eine Assoziation von legendären alten Old School-Landrassen hervorrief. Und als er dann mehr über den Stammbaum und die Eigenschaften von Congo Haze in Erfahrung brachte, wurde seine Vorfreude noch größer: Sie ist eine Mostly Sativa-Kreuzung aus der Sativa-dominanten Red Congolese von Reeferman und der legendenumrankten Neville’s Haze. Red Congolese besteht ihrerseits aus Congolese Sativa x (Mexican x Afghani).

Text und Fotos: Lux Cool


Wow! Das klang ganz nach einem großen Versprechen herausragender exotischer Haze Sativa-Power und -Aromakraft. Kiwiseeds bekräftigt: „Diese Hybride ist eine fantastische vollmundige Mischung, die zum Besten zählt, was Cannabis aromatisch zu bieten hat. Das süße Aroma der Red Congolese vereinigt mit einer geschmacklich würzigeren Neville’s Haze-Note. Die Neville’s Haze verleiht Congo Haze zudem ein starkes Wachstumspotenzial.“ Ein weiteres großartiges Merkmal von Congo Haze ist die Tatsache, dass sie lediglich 70-80 Blütetage bis zur Reife benötigt, was für eine Neville’s Haze-Kreuzung erstaunlich schnell ist, reine Neville’s Haze-Pflanzen brauchen 16-18, manchmal sogar deutlich über 20 Wochen, bis man die Ernteschere ansetzen kann. Die durchschnittliche Höhe von Congo Haze-Pflanzen beträgt 100-120 cm, was nicht besonders hochwachsend ist für eine Mostly Sativa, und sie bringen einen Ertrag von 400-500 Gramm auf einem Quadratmeter, was für eine Mostly Sativa ebenfalls recht bemerkenswert ist.

Alle zehn Congo Haze-Samen keimten problemlos. Die erste Woche des vegetativen Wachstums (gezählt ab dem Zeitpunkt, zu dem die Sämlinge an der Erdoberfläche erschienen waren und sich aufgerichtet hatten) verbrachten die Jungpflanzen unter zwei 125 Watt starken CFL-Leuchten (6400K), was zu einem zunächst sehr kompakten Wachstum führte. Nach zwei Wochen bemerkte The Doc das frühe Einsetzen lebendiger Seitenverzweigung, was ihm ein verheißungsvolles Bild großer, weitverzweigter und Bud-beladener Pflanzen am Ende der Kultur vor Augen rief. Zu Beginn der dritten Wachstumswoche setzte er die zehn Congo Haze-Pflanzen zusammen mit Pflanzen zweier anderer Sorten in den eigentlichen Grow-Raum um, der zunächst mit einer 600 Watt und einer 400 Watt starken Planta Star HPS-Lampen beleuchtet wurde. Nach der dritten Woche leitete The Doc die Blüte ein, indem er die tägliche Lichtperiode von 18/6 auf 12/12 verkürzte. Zudem ersetzte er die Planta Star-Lampen durch zwei 600 W und eine 400 W Osram Son-T Plus. The Doc berichtet: „Bin überrascht, dass die Blätter bisher eher an Indica erinnern, sie sind recht breit. Und auch die noch geringe Höhe der Pfalnzen von 15-20 cm (bei 8-9 Internodien) geht in diese Richtung. Ich erwarte jedoch, dass sich das Wachstumsverhalten im Verlaufe der Blüte noch drastisch ändert, die Pflanzen werden dann bestimmt ihre überwiegenden Sativa-Gene deutlich zum Ausdruck bringen. Und ein erstes Anzeichen dafür gibt es bereits, der Haupttrieb und die Seitentriebe fangen auf einmal an zu schießen. Diese zehn Congo Haze-Plants wachsen übrigens super-homogen, fast wie Klone, das ist erstaunlich.“

Gut eine Woche nach Umstellung der Lichtperiode auf Blüte hatten alle zehn Plants ihr Geschlecht offenbart, sieben waren weiblich, eine Top-Quote. Die ersten Pflanzen hatten schon drei Tage nach der Umstellung eine weibliche Vorblüte produziert, ungewöhnlich schnell. The Doc hat eine Vermutung für den Grund: „Meiner Erfahrung nach setzt die Vorblüte früher ein, wenn die Pflanzen zunächst unter CFL aufgezogen werden und dann noch deutlich vor der Umstellung auf 12/12 die Lichtquelle zu HPS gewechselt wird.“ Er pflanzte die sieben weiblichen Pflanzen in 11 Liter-Töpfe um, befüllt mit Plagron Standard Mix, was ihnen reichlich Platz zum Wachsen gab. The Doc: „Die Pflanzen sind immer noch sehr uniform und nun bei einer Höhe von 40-50 cm angekommen, bei 10-12 Internodien.“ Innerhalb einer Woche jedoch, nach der zweiten Blütewoche, hatte sich die Höhe der Pflanzen fast verdoppelt, sie maßen nun 75-85 cm, so dass sich die Vorhersage des Docs, dass der Sativa-Effekt nun zügig einsetzen würde, als richtig erwies. Die Blüten hatten damit begonnen, einen köstlichen Duft zu verströmen, der an Haze erinnerte, aber auch mit der süßen Note der Red Congolese aufwartete. Kiwiseeds merkt dazu an: „Der Geruch der Pflanzen ist von der zweiten Blütewoche an bis zum Ende gleich, er wird aber von Woche zu Woche intensiver…“

Nach drei Blütewochen hatte sich das Tempo der Blütenbildung deutlich erhöht, während sich die sieben Congo Haze-Plants immer noch mächtig streckten, vier von ihnen waren nun schon 120-125 cm hoch und die anderen drei 100-115 cm, es gab also zum ersten Mal ganz leichte Unterschiede im Wachstumsverhalten. Am Ende der vierten Blütewoche konnte The Doc entlang der Haupttriebe und der Seitenzweige viele kleine „Röschen“ sehen. Er berichtete: „Vier der Pflanzen sind nun schon ungefähr 150 cm hoch, zwei von ihnen 130 cm und die andere 120 cm, es ist immer noch kein Ende des Streckungseffekts in Sicht. Wachstum und Blüte gehen immer noch recht homogen vonstatten. Der Sativa-Einfluss hat sich nun voll durchgesetzt, neue Blätter fallen viel schmaler aus als vorher, und die sich entwickelnde Blütenstruktur sieht sehr stark nach Sativa aus, viele kleine Blütenkelche mit weißen Narben, die sich zu zahlreichen aufrechten Blütenkerzen vereinigen, die zusammen wiederum den eigentlich Bud formen. Einige der Pflanzen bieten ein munteres Farbenspiel und zeigen purpurrote Blattstängel und rosa Verfärbungen an den Blättern. Sehr hübsch! Auch hat sich schon eine beträchtliche Menge an Harz gebildet, und der Geruch ist entsprechend stärker geworden.“

Nach fünf Blütewochen hatten die drei längsten Pflanzen bereits eine Höhe von 180 cm erreicht. Dies kam in Anbetracht der von Kiwiseeds angegebenen Durchschnittshöhe von 100-120 cm überraschend, war aber für The Doc mit seinem hohen Grow-Raum kein Problem, im Gegenteil, er begrüßte dieses große Wachstums- und damit auch Blütepotenzial, sich auf eine reiche Ernte freuend. Er notierte: „Dies sind wirklich ganz erstaunliche Sativa-Pflanzen. Sie haben nun viele exotisch anmutende schmale Sativa-Blätter und schicken sich an, eine ganze Schiffsladung an Buds zu produzieren! Ich liebe ihren exquisiten Duft.“

Als sechs Wochen Blüte vorüber waren, schien der Streckungseffekt mehr oder weniger zum Erliegen gekommen zu sein, die längste Pflanze war zu diesem Zeitpunkt bei einer Höhe von ca. zwei Metern angekommen. Die vielen langgezogenen Buds wiesen noch einige Luftlöcher auf, aber die Pflanzen waren emsig dabei, diese zu schließen, die Produktion neuer Blüten war noch voll im Gange. The Doc bemerkte, dass sich zwei grundlegende Phänotypen herausgebildet hatte, zum einen die vier längsten Pflanzen mit Buds, die wie Sativa in Reinkultur aussahen, und zum anderen die drei etwas kürzer wachsenden Exemplare (140-175 cm hoch), die kürzere Internodien und etwas mehr Indica-Einfluss in ihrer Blütenstruktur aufwiesen, ihre Buds waren klobiger und rundlicher als die der vier anderen Pflanzen.

Das längste Exemplar, es hatte sich bei einer Höhe von 220 cm eingependelt, musste The Doc an der Spitze herunterbinden. Nach sieben Blütewochen hatte die Harzproduktion aller Pflanzen noch mal kräftig zugelegt – „Typisch Sativa“, wie The Doc anmerkte, „Zunächst wird eine Fülle von Blüten mit weißen Narben gebildet und dann erst kommt die Harzproduktion richtig in Schwung.“ Es gab noch wenige braun-orange verwelkte Blüten, und dies auch nur an einigen Pflanzen, die Mehrheit der Plants erschien immer noch zur Gänze weiß und frisch, während alle sieben Pflanzen immer noch sehr dynamisch blühten und ihre Buds immer größer und dichter wurden.

Die Harzproduktion hielt in Blütewoche acht unvermindert heftig an, und einige der Pflanzen wiesen nun deutlich mehr verwelkte Narben auf, es gab sogar schon eine Pflanze, von der The Doc annahm, dass er sie bereits nach ca. 65 Tagen würde ernten können. Er berichtete: „Am Anfang der neunten Blütewoche bietet sich mir ein absolut umwerfendes, atemberaubendes Szenario – so viele fette Blütenzweige, so viele extrem harzige Sativa-Buds, niemals zuvor habe ich eine solch beeindruckende Sativa-Performance erlebt! Aber die Buds werden immer noch dicker, auch weil ihre Blütenkelche mittlerweile ordentlich angeschwollen sind. Die Harzdrüsenstruktur der Congo Haze ist interessant, die Trichome sind klein, aber dafür gibt es davon Myriaden, dicht gepackt. Wenn man sie sachte berührt, spürt man die enorme Klebrigkeit dieser Buds. Sie verströmen ein sehr intensives Haze-Aroma mit süßlicher Note, ein wahrer Genuss für jeden Connoisseur. Ich habe die Pflanze, die am kürzesten vor der Ernte steht, mit Final Solution gespült, da ich davon ausgehe, dass ich sie tatsächlich nach 65 Tagen Blüte ernten werde.“ Und dies tat The Doc dann auch, und fünf Tage später wurden weitere drei Congo Haze-Plants geerntet. Die übrigen drei folgten nach 72-78 Blütetagen, so dass sich alle sieben Pflanzen innerhalb des von Kiwiseeds angegebenen Erntezeitfensters von 70-80 Tagen bewegten, mit Ausnahme der einen Pflanze, die bereits nach 65 Tagen geerntet werden konnte, aber diese leichte Abweichung gefiel The Doc natürlich.

Die Ernte dieser sieben riesigen Sativa-Pflanzen dauerte sehr lang, obwohl die Pflanzen an sich sehr erntefreundlich waren, ein sehr hohes Blüten/Blätter-Verhältnis aufwiesen, also nur wenige Blütenblätter hatten, die entfernt oder zurückgeschnitten werden mussten, aber die schiere Masse an Blütenständen forderte ihren Arbeitstribut – das alles im Zeichen der wohl reichsten Ernte, die The Doc indoors jemals eingefahren hatte! Er vermutete, dass die durchschnittliche Erntemenge pro Pflanze auf jeden Fall dreistellig sein würde, aber was ihm seine Waage nach der langsam-schonenden Trocknung der Buds dann mitteilte, war fast unglaublich: Der Durchschnittsertrag pro Pflanze betrug 171,5 Gramm, zusammen hatten die sieben Plants also 1,2 kg sensationeller Buds abgeworfen! Dies markierte für The Doc, zumindest was die durchschnittliche Erntemenge solch zahlreicher Pflanzen einer bestimmten Sorte in einem Grow anbetraf, nach über 30 Jahren Indoor-Growing ganz klar einen neuen historischen Rekord. Und auch in der Kategorie „Einzelpflanzen mit dem höchsten Ertrag aller Zeiten“ setzte sich eine Congo Haze-Vertreterin mit 225 Gramm an die Spitze. Er schwärmte: „Ich habe einige Eimer voller superber, extrem fest-harter und silbrig weißer Congo Haze-Buds, das ist der Wahnsinn. Ihr köstliches Aroma riecht sehr organisch, mit einem schönen Haze-Schwerpunkt und jener Portion Extrasüße, die von der Red Congolese stammt. Dieser Duft erinnert mich an exotische Landrassen aus den 70er Jahren, die ich in Amsterdamer Coffeeshops zu kaufen pflegte, ich liebe ihn einfach!“

Natürlich war The Doc sehr aufgeregt, als endlich das Testrauchen dieser wunderbaren Congo Haze-Buds anstand. Und er sollte nicht enttäuscht werden – Congo Haze lieferte ihm einen außergewöhnlichen, extrem potenten und kickenden Sativa Up High-Flash, der ihm vor vibrierender Kopfenergie fast die Schädeldecke abzuheben schien und über Stunden hinweg unvermindert anhielt. Er begab sich auf einen langen schwebenden Trip, und als er wieder down to earth war, befand The Doc, dass dieses mächtige High das Stärkste war, was Cannabis Sativa ihm bisher zu bieten hatte, und auch seine nachhaltig beeindruckten Freunde bestätigten dies. Darüber hinaus boten die Congo Haze-Buds eine wunderbar weiche Rauchkonsistenz, bei gleichzeitig aber absolut vollmundigem süß-hazigem Geschmack. Kein Wunder, dass The Doc und seine Freunde Congo Haze nun als ihre mächtige Sativa-Göttin anbeten!

Congo Haze-Samen gibt es regulär in der 5er und 10er Packung und feminisiert in der 3er, 5er und 10er Variante.

Lux Cool

Kulturdaten:

Genetik

Congo Haze (Red Congolese x Neville’s Haze)

Wachstumsphase

Hier: 21 Tage (nach erfolgter Keimung)

Blütephase

Hier: 65-78 Tage, allgemein 70-80 Tage

Medium

Plagron Standard Mix mit 5% Blähton und Hornspänen, 11 Liter-Töpfe

pH

6,0–6,5

EC

Wachstum: 1,2–1,6 mS

Blüte: 1,6-2,0 mS

Beleuchtung

Erste Wachstumswoche: 2x 125 Watt CFL (6400K)

Danach: 1x Planta Star 600 W + 1x 400 W

Blüte: 2x Osram Son-T Plus 600 W + 1x 400 W

Temperatur

24-28°C (tagsüber)

18-21°C (nachts)

Luftfeuchtigkeit

Wachstum: 40–60%

Blüte: höchstens 50%

Bewässerung

von Hand

Düngung

HeSi Blühkomplex, ab der 4. Blütewoche HeSi Phosphor Plus

Zusatzmittel

Nitrozyme, Enzyme, Bio Plus, Final Solution

Höhe

160-220 cm

Ertrag

Im Durchschnitt 171,5 g